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wendbar ist. Wir beurteilen ja auch einen Baggerarm nach seiner Verwendbarkeit. Das Modell erweitert aber trotz seines Abstraktionsgrades auch das menschliche Selbstverständnis. Erst Vereinfachungen lassen uns eine Summe von Phänomenen, die wir bisher getrennt betrachteten, als Ganzes begreifen.
1.1.3 Warum es letztendlich ein philosophisches Werk ist
Kant betitelt das dritte Kapitel seiner Einleitung zur Kritik der reinen Vernunft fol- gendermaßen (Kant, S.48): Die Philosophie bedarf einer Wissenschaft, welche die Möglichkeit, die Prinzipien und den Umfang aller Erkenntnisse A Priori bestimme. Ziel seines Werkes ist es also, zu zeigen, was vorausgesetzt werden muss, damit Erkenntnisgewinn möglich ist. Genau das ist auch mein Ziel. Die Philosophie arbeitet in der Sprache. Sie definiert Begriffe. Die ideale Definition eines Gegenstandes besteht darin, einen Überbegriff zu nennen, und ei neEigen- schaft beizufügen, die es ermöglicht ihn von den anderen Gegenständen, die auch dem Überbegriff untergeordnet sind, zu unterscheiden. Zum Beispiel: Ein Lipizzaner ist ein weißes Pferd mit kurzen Haaren. Da jede Definition ihrers eits Begriffe ver- langt, müsste man nun definieren was der Überbegriff Pferd ist, und was die Eigen- schaften weiß und kurz sind. Ein Pferd ist ein Tier mit langen Beinen, das Gras frisst. Aber wie definiert man Eigenschaften wie weiß ode r kurz?Außerdem er- gibt sich die Frage, woher der Mensch den Begriff Tier hat, wenn man doch immer nur ein bestimmtes Tier wahrnehmen kann, nie jedoch den Überbegriff an si ch. So- wohl Eigenschaften als auch Überbegriffe kann man als Ideen bezeichnen, we il sie vielen Dingen zukommen. Die Frage ist, wo kommen sie her? Schon Platon ist über die Frage gestolpert, und meinte, dass wir die Ideen in einem vorherigen Leben schon geschaut haben müssen, dass sie uns also mitgegeben sind. Er erläutert dies am Beispiel der Idee des Schönen (Platon 1994, S.135, S.162). Nach der Antike hat das Christentum eine Weiterentwicklung der Erkenntnistheorie gebremst, da man in Gott die Erklärung für Alles sah, und nicht we iter hinterfragte. Mit dem Aufkommen der Naturwissenschaft und Technik, entsteht am Beginn der Neuzeit der englische Empirismus, als dessen konsequentesten Vertreter i ch David Hume nennen will. Ihm zufolge entsteht Erkenntnis durch Verbindungen, die wir nach drei Grundprinzipen treffen, nach dem Gesetz der Ähnlichkeit, dem der räumlichen und zeitlichen Nachbarschaft und dem Gesetz der kausalen Verbindung, das er schließlich zu einem Gesetz der Wiederholung umformt. Denn Hume erkennt etwa um 1740 folgendes: Wenn ich mich streng darauf beschränke, was ich wahrnehme, so sehe ich nicht mehr, als dass auf den Vorgang A der Vorgang B folgt. Die Wahr- nehmung zeigt mir stets nur ein Nacheinander, nie ein Wegeneinander. So istalle Erkenntnis für Hume bloße Gewöhnung (Störig 1990, S.359). Damit nimmt er das Konditionierungsprinzip vorweg. Genau der Glaube an das Wegeneinander ist es, was Kant bewog 1781 ein Ge- genkonzept zu entwerfen (Kant 1992, S.133). Deshalb beginnt er auch seine Einlei-
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