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Handelns erahnen, und nur wenn er das kann, kann er sinnvoll handeln. Deshalb interessieren uns Bereiche der Welt, wo sich etwas wiederholt. Neugier ist sozusa- gen ein eigenes Bedürfnis (Stangl 2002). Allerdings können wir eine Wiederholung erst erkennen, wenn wir die nötigen B au- steine besitzen. Für den Laien ist Jazzmusik Chaos, der Kenner hat hingegen die nötigen Bausteine erlernt, um darin Ordnung zu erkennen. Umgekehrt in teressieren uns auch keine Wiederholungen, die wir schon erlernt haben. Des Babys Spieluhr is t für Erwachsene unerträglich langweilig. So hat jeder ein anderes Schönheitsempfin- den. Wir wollen ständig dazulernen, wollen die bekannten Bausteine ne u kombinie- ren, um weiter in die Welt vorauszusehen. Das in dieser Arbeit dargestellte Mode ll erklärt die dahinterstehenden Mechanismen. Lerntrieb und ästhetische Bedür fnisse haben ein und die selbe Quelle. Sie dienen dem Erkenntniserwerb. Es erschien dringend notwendig, ein Hirnmodell zu gründen, das auf einem solchen ästhetischen Trieb aufbaut, zeigt uns doch die Beobachtung eines Babys, dass von Anfang an, ein Interesse an Informationen besteht, die voraussagbar sind, die also in sich Wieder- holungen aufweisen, wie Streifenmuster oder geometrische Formen (Sperling 1998, Stangl 2002). Ich brachte mein Malereistudium zu einem Abschluss, und studierte Psychologi e, Philosophie, um den Regeln des Erkenntniserwerbs auf die Spur zu kommen. Doch die rein sprachliche Auseinandersetzung war mir zu unkonkret. Mein visueller Verstand forderte ein technisches Konzept, einen Bauplan. Erst einmal musste die Wahrnehmung erklärt werden. Ich diplomierte mit Auszeichnung mit einer Arbeit über das Sehen und das Bildschaffen (www.kopcom.com/mg). Aber mein Ziel war letztlich ein Modell eines leeren Gehirns, das Erkenntnisse erwerben kann. Ein bra uchbares Konzept hatte ich in den Kognitionswissenschaften nirgends gefunden. Kaum jemand schien einen derart übergreifenden Ansatz zu verfolgen, kaum jemand schien an umfassende Erkenntnisregeln zu glauben. So begann ich selbst die vielen Puzzle- steine zu einem ganzen zu fügen. Nach dem Studium zielte ich erst einmal auf ein Doktoratsstipendium. Doch schließlich ermöglichte es mir die gerin geStundenan- zahl, die ich als AHS-Lehrer bekam, weiter zu Forschen. Hier ist das Erg ebnis.
1.1.2 Was es ist
Die Wissenschaften haben bis heute kein allgemeines Modell des Erkenntnisgewinns hervorgebracht, das die enorme Informations-Verarbeitungs-Kapazität des Gehirns und seine Fähigkeit zur Selbstorganisation erklären könnte. Diese Arbeit soll dies ändern, und zwar durch eine zeitgemäße Darstellung der Erkenntnisregeln, in Fo rm eines technischen Konzeptes. Kann dieses, in Form eines künstlichen Wesens, verwirklicht werden, so braucht man über seinen Wert nicht mehr zu diskutieren, wie über eine schriftliche Arbeit; man erkennt ihn am Ergebnis. Es ist ein, in vieler Hinsicht neuartiges Konzept, eines sich selbst strukturierenden Systems, das eine innere Repräsentation der Welt erwirbt, und sein Verhalten daran anpasst. Es kann als Basis zur Entwicklung künstlicher Intelligenz di enen, es ist aber durch seinen neuartigen Ansatz auch als Aufforderung an die Neurophysiologie zu
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