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1 EINLEITUNG
1.1.1 Wie es dazu kam
Schon als Teenager ist mir der Gedanke begegnet, dass die Welt, die ich erlebe nur jener Teil ist, den mein Gehirn zu repräsentieren vermag. Seither beschäftigt mich die Frage: Wie kommt die Welt in den Kopf, und warum wird sie bewusst erlebt. Am Anfang meines Studiums musste ich feststellen, dass nicht einmal die erste Frage konkret beantwortbar ist. Ich begann meine Frage auf die visuelle Wahrne hmungzu reduzieren. Wie können wir Objekte wiedererkennen, wenn sie nie mehr die selben Bildpunkte einnehmen. Die Neurowissenschaften, die seit damals meine Literatur darstellen, zeigten zwar, dass jede Stelle des Wahrnehmungsbildes im Gehirn auf Bewegung, Farbe, Konturrichtung, Entfernung usw, überprüft wird, a berwer sagt uns, welche Stelle zu welchem Objekt im Bild gehört? Ich hatte die Id ee, dassder räumliche Zusammenhang dann gegeben wäre, wenn Signale in der Fläche die Konturen entlangliefen. Die Signalzeit repräsentierte dann die Längen. Aber die Idee schien unvereinbar mit dem Wissen über das Gehirn. Erst bei der Suche nach neuen Lösungen, in 8 Jahre langer intensiver Beschäftigung mit dem Thema, stellte sich heraus, dass die Ursprungsidee der Signalfließzeit durchaus mit dem A ufbau des Gehirns vereinbar war. Man hatte auf Signalfließzeiten einfach nicht geachtet, weil eine flächendeckende Beobachtung der Signalströme innerhalb einer Verbindungs- ebene der Gehirnrinde mit heutigen Geräten nicht möglich ist, denn durch Einzelzell- ableitung kann kein flächendeckendes, und durch radiologische Erfassung kein scharfes Bild erzielt werden, und auch die unlängst erstmals gelungene Kombination löst das Problem nicht (Abo-Ticker 2001.07.13). Einen Hoffnungsschi mmer bietet ein neuer Fluoreszenzmarker mit dem sich aber nur die Gehirnoberfläche betrachten lässt (Ehret 1997). Auch in der Frage nach dem Bewusstsein fanden sich Antworten. Das hier d arge- stellte Modell kann zumindest zeigen, wie Vorstellungen zustandekommen, und unter welchen Bedingungen Handlungen auch ohne Zielvorstellungen ausgeführt werden können. Eine praktische Umsetzung des hier dargestellten Modells wird, so hoffe ich, eine konkretere Antwort liefern, was Bewusstsein ist, bzw. nicht ist. Mein erstes Studium war die Malerei. Studienbedingt begann es mich auch zuinte- ressieren, warum der Mensch bestimmte Dinge schön findet. Die klassischen Bild- themen sind ja noch trieblich zu erklären, der Akt ist sexuell motiviert, das Portrait sozial (Erinnerung an jemanden), das Landschaftsbild territorial, und das Stilleben ging aus Nahrungsmitteldarstellungen hervor. Aber was ist mit der abstrakten Ä sthe- tik eines Musikstückes, eines Musters, eines Versreimes, eines Tanzes, od er abs- trakter Malerei? Warum hat die Evolution uns solch ein Bedürfnis mitgegeben? Welchen Zweck mag es haben? Ich kam zur Erkenntnis, dass all diese Dinge Rhythmen, also Wiederholungen enthalten. Nur wo die Welt sich wiederholt, kann sie der Mensch voraussagen, und nur wo er das kann, kann er das Ergebnis seines
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