| |
lows klassische Konditionierung bereits eine assoziative Konditionierung war. (Mehr dazu bei Zimbardo 1995, S.294).
Frage: Wie sieht es in der Black-Box "Gehirn" aus; Welche Art der Verbindung entsteht?
Experiment: Phase 1: Im Käfig eines Hundes er- scheint mehrmals am Tag rotes Licht und dazu die Glocke. Phase 2: Pawlow: Vor dem Futter kommt immer die Glocke. Phase 3: Kontrolle: Speichelt der Hund auf rotes Licht? In Phase 1 könnte eine Verbindung Rotlicht-Glocke entstanden sein. Eine direkte Verbindung zu R kann nicht entstanden sein. Ergebnis: Hund speichelt. Das beweist, dass Signale in Stimuliketten fließen (= Assoziative Konditionierung, Zimbardo 6. S. 294)
In dem im Kasten beschriebenen Versuch kann keine Verbindung zwischen Rotlicht und speicheln entstanden sein, da in der Konditionierungsphase mit dem Rotlicht kein Futter angeboten wurde. Es kann also nur über eine Verbindung von Rotlicht und Glocke dazu kommen, dass der Hund in Phase 3 auf Rotlicht speichelt. Die Stimuliverkettung Rotlicht-Glocke wurde ohne Belohnung rein durch die Beobachtung eines statistisch häufigen Zusammentreffens erworben. Das bedeutet es warnoch kein Speicheln, also keine Reaktion im Spiel. Die obere der beiden Grafiken ist also die richtige. Sie zeigt eine Verbindungskette, über die Signale der R ealitätvorausei- len können. Damit ist bewiesen, dass Signale, über Verbindungsketten fließen. Pawlows Konditionierung dient im realen Leben dazu, eine Voraussicht der Welt zu erwerben. Reaktionen sind dazu nicht notwendig. Erst in Skinners Experimenten zur operanten Konditionierung (Zimbardo 1995, S.305) geht es, wie im Zirkus, um den Erwerb neuen Verhaltens. Pawlow hingegen ist allein mit Statistik zu simulieren. Verhaltensmutation und Selektion finden nicht statt. Bayesianische Netze simulieren also Pawlow. Die assoziative Konditionierung wurde auch mittels Elektroden in Seeschnecken herbeigeführt und am offenen Neuronennetz beobachtet (Byrne 2002, Graham 2002, Birbaumer 1997, S.585). Inzwischen gibt es zahlreiche Hinweise auf Stimuliverket- tungen im Gehirn (Tritschler 2001). Der Glaube an reines Reiz-Reaktions-Lernen gehört der Vergangenheit an. Wenn wir uns die Welt vorstellen, so des halb, weilwir Abfolgen von aneinandergeketteten Stimuli erlernt haben.
3.1.2 Wir treffen Voraussagen aufgrund eines statistischen Lernmechanismus
Wenn ein Wissenschafter eine Voraussage über die Zukunft machen will, so bedient er sich statistischer Verfahren. Wir kennen keine anderen Verfahren, um Vorauszu- sagen zu entwickeln. Tatsächlich gibt es inzwischen viele Untersuchungen, die zei-
39
|  |
|
| |
|
|