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Professoren vorstellte, um jemanden für die Doktoratsbetreuung zu finden, sagte man mir, meine Ziele seien schlichtweg unerreichbar. Sie waren nicht einmal inte- ressiert das bereits vorhandene Schriftstück zu lesen. Ich hätte diese Arbeit gar nicht begonnen, wenn ich diesen Glauben teilte. Wer hätte zum Beispiel vor zwei Jahren gedacht, dass Computer-Spracherkennung einmal mit dem Menschen mithalten wird, und heute ist es schon soweit (Berger 2002). Und wie ist es dazu gekommen? Ganz einfach durch eine theoretische Abstraktion der Vor- gänge im Gehirn. Und genau etwas derartiges habe ich mit meiner Arbei t geleistet. Was den heutigen Stand der Künstlichen-Intelligenz-Forschung betrifft, so arbeitet sie aus meiner Sicht, zumindest in Europa, an einer Gesamtlösung vorbei, weil im- mer davon ausgegangen wird, eine bestimmte abgrenzbare Aufgabe zu bewerk stelli- gen. Das hier dargestellte Modell funktioniert demgegenüber gerade de shalb, weiles keine Aufgabengrenzen kennt. So kann es alle Bausteine für alle Zwecke verwen- den, und aus allen Situationen etwas lernen. Gerade das macht die Effizi enz aus. Besonders problematisch finde ich es, Übersetzungsprogramme für Computer zu entwickeln, ohne auf eine Repräsentation der Welt zurückgreifen zu können.Das System, das ich konzipiert habe, kann zu Spracherwerb fähig sein, vorausgesetzt die Kapazität reicht aus. Es braucht ja nur noch Laute an die vorhandenen Gestaltbegrif- fe binden, und lernen diese Laute auch situationsgerecht zu produzieren. Mag sein, dass zur Umsetzung dieses Modells eine eigene Hardware notwendig i st, oder das mobile Wesen mit einem Großrechner verbunden sein müsste. Verfügen wir aber einmal über eine selbsterlernte Verschaltung, so kann diese ja kopiert werden. Neues dazuzulernen ist für ein kopiertes Wesen dann nicht mehr in großem Aus- maß notwendig. Es kann den Großteil seines kopierten Wissens in einer starren Verschaltung gespeichert haben, deren Produktion ungleich weniger aufwendig ist. Wenn die kopierten Wesen nur über einen kleinen Teil an selbstlernender Struktur verfügen müssen, dann sind sie vielleicht schon bald günstig he rzustellen und bevöl- kern in 20 Jahren unsere Haushalte, als Spielgefährten und Haushaltsh ilfen. Meine Vorstellung ist ein leises Wesen, das mit Hydraulik funktioniert, wobei durch Schaumstoff auch das Zischen der Luft gedämpft werden sollte. Ich stelle mir vor es arbeitet mit Luftdruckflaschen. Es wäre kein Problem, wenn diese bei starker Aktivität alle 10 Minuten leer sind, denn es könnte sie selbstständig wechseln, und die Fla- schen ließen sich über einen hauseigenen Druckluftschlauch ohne Lärmbelästigung nachfüllen. Ich stelle mir weiche, kuschelige Wesen vor, die ungeschi ckt wie Klein- kinder die Welt erforschen. Mit den Robottern aus Science-Fiction hat meine Vorstel- lung wenig gemein. Unsere westliche Kultur lebt vom Wandel. Aber die Entwicklung gerät derzeit ins Stocken. Die Informationsflut führt dazu, dass die Menschen keine Information mehr wollen. Unser Gehirn ist überfordert und kann in der Summe von Informationen das Wertvolle nicht mehr herausfiltern. Wir brauchen eine Technologie, die uns entlastet, und nicht immer weitere Belastungen bringt. Künstliche Gehirne bieten also einen Schritt in die richtige Richtung.
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