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5.2.4 Ein Modell der Texturerkennung
Dass die Farbe und Größe und Zahl der Elemente, sowie die Menge an Kont uren gleicher Ausrichtung in zwei Texturen pro Flächeninhalt gleich sein muss, um sie als identisch zu erleben ist einleuchtend. Dies sind Informationen, die mit wenig Aufwand flächendeckend erfasst werden können. Dass die Anordnungsrichtung nicht verdreht werden darf, ist jedoch bemerkenswert. Wie erfasst das Gehirn die Anordnung der Elemente zueinander? Zunächst natürlich durch die Flächen dazwischen. Aber bei einer verdrehten Struktur sind auch diese gleich. Allerdings haben wir gesehen, dass der Abziehbildsignalfluss auf den Quasiebenen der Richtungszellen ebenfalls gerichtet stattfindet. Das bedeutet, eine Struktur, die viele horizontale Konturen beinhaltet, wird hauptsächlich auch der horizontalen Qua- siebene zu einem Abziehbildsignalfluss führen. Daran kann ihre Ausric htung erkannt werden.
5.2.5 Formerkennung
Die obigen Wahrnehmungsexperimente beweisen auch, dass wir abgesehen von der parallelen visuellen Erfassung auch über eine serielle Auseinandersetzung mit For- men verfügen, die uns dann weiterhilft, wenn die parallele Erfassung zu wenigist. Mit dieser Art der Verarbeitung gelingt es uns auch in jenen Abbildungen den Unter- schied von Figur und Grund zu erkennen, wo er nicht unmittelbar auffä llt. Die untere Darstellung, die wir bereits kennen, zeigt diesen Unterschied sehr schön auf: Die Form des O ist durch ihre Vielzahl an Konturrichtungen so anders als die Vs, dass auch die einfache parallele Auswertung, die wir im Rahmen der Texturwahr- nehmung kennen gelernt haben, genügt, um es zu erkennen. Das R unter den P und Q erkennen wir jedoch nur durch bewusstes Hinsehen und Formerfassen. Das be- deutet wir müssen seriell jedes Element einzeln betrachten (Goldstein 1997, S.186, 188).
Das Übergangsfeld zwischen Texturerkennung und Formwahrnehmung ist auch das Übergangsfeld zwischen paralleler Verarbeitung von Signalen, und der nachfolgen- den seriellen. Serielle Erkenntnisprozesse, sind von bewusster Aufmerksamkeit begleitet, und zeichnen sich dadurch aus, dass nie mehr als ein Objekte gleichzeitig Denkinhalt sein kann, seriell eben. Dieser Prozess kann nur verstanden werden, wenn wir begreifen, wo die parallele Verarbeitung endet, und wieso. Da letztlich alle Denkinhalte von der parallelen Verarbeitung der Sinne zur seriellen des Bewusst-
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