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Wie die Welt in den Kopf kommt

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Die  Grafik  veranschaulicht  die  Idee  am  Beispiel  der  Buchstabenerkennung,  die  mit
solchen  Netzen  bewältigt  wurde  (Mehr  dazu  Schaub  2002).  Damit  die  A ktivitätso
durch  das  Netzwerk  fließt,  dass  sie  in  Summe  hauptsächlich  am  richtigen  Ort  an-
kommt, also bei dem Neuron, das für den Buchstaben steht, muss das Ne tztrainiert
werden.  Dabei  werden  die  Verbindungen  unterschiedlich  gewichtet  (verstä rkt).  Die
schnellste  Methode  die  Gewichtung  zu  setzen  besteht  darin  sie  vom  Sollwert  (dem
Aktivitätsmaximum  am  erkannten  Buchstaben)  zurückzurechnen,  genannt  Backpro-
pagation  (Hinton  1993,  S.99).  Eine  naturnähere  Variante  besteht  dar in  die  Gewich-
tungen durch Mutations-Selektions-Mechanismen von Verbindungsgruppen zu finden
(Edelmann 1993, S.28f.)  Aber wie auch immer, beeinträchtigt die Veränderung der
Gewichte  zugunsten  der  Erkennung  eines  bestimmten  Buchstabens,  immer  die  Er-
kennung der bereits erlernten anderen Buchstaben zu einem geringen Grad.  
Die wesentlichen Nachteile dieses Netzwerktypus sind:
1.   Das Netzwerk bedarf der Definition eines bestimmten Bildausschnittes, in dem sich das zu erkennende Objekt befindet. In realen Situationen sind Objekte aber immer von ver-
schiedensten  Hintergründen  umgeben.  Da  das  Netzwerk  keine  Regel  kennt,  um  die
Grenze zwischen Figur und Grund finden zu können, nimmt es den Hinter grundin den
Erkennungsprozess mit, und erhält unterschiedliche Ergebnisse, bei gleichen Objekten.  
    2.   Das Netzwerk soll, in Anwendung auf das Gehirn, die Verbindung von Reizen mi t Reakti-         onen erklären. Auf den Wahrnehmungsreiz „G“ folgt sozusagen die Reaktion, also der
        Druck auf die Taste „G“. Aber unser Gehirn verbindet nicht nur Reize mit Reaktionen. Es
        
verbindet  auch  Reize  mit  Reizen  (Wenn  wir  uns  z.B.  Reizfolgen  merken,  um  beim
        
nächsten mal Zukunft vorauszuahnen.). Es verbindet ebenfalls Reaktionen miteinander
        
zu  fertigen  Handlungsabläufen,  und  es  verbindet  sogar  Reaktionen  mit  Reizen  (Wenn
        wir zum Beispiel die Wirkung unseres Verhaltens vorausahnen lernen). Das Netz müss-
        
te also in alle Richtungen durchlässig sein. Ist es aber nicht!
3.   Das  eigentliche  Problem  aber  ist,  dass  ein  natürliches  Gehirn  keinen  Lehrmeister  hat!
Ihm wird nicht sofort mitgeteilt welches Ergebnis ideal ist, was also z.B. die Taste für „G“
ist. Mehrschichtennetzwerke brauchen einen Trainer, der das Ziel vorgibt (Hinton 1993,
S.101) Zwar wurden auch Netze konstruiert, deren Ziel eine möglichst datenreduzierte
Repräsentation  von  Information  ist,  aber  auch  das  ist  ein  vorgegebenes  Ziel.  Gehirne
hingegen trainiert das Leben. Sie reagieren eher wie statistische Netze.  
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Das Gehirn: Ein Lehrbuch der funktionellen Anatomie für die Psychologie
von Rainer M. Bösel
Siehe auch:
Das Gehirn: Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtn...
Biologische Psychologie (Springer-Lehrbuch)
Sonstige Artikel:
Frauenkörper - Frauenweisheit: Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können
Arbeitslose beraten unter Perspektiven der Hoffnung: Lösungsorientierte Kurzberatung in beruflichen Übergangsprozessen
 
   
 
     
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