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lich ist. Der erwartete Gewinn ist abhängig von vergangenen Erfahrungen in ähnli- chen Situationen. Er ist aber auch abhängig von der derzeitigen Abweichung vom Sollwert. Für den Hungernden ist auch ein trockenes Stück Brot ein Gewinn. J e nach erwarteter Gewinnhöhe ergeht vom Lustzentrum mehr oder weniger Aktivi tät.Diese wird nun in Relation zur Zukunftserwartung gesetzt. Das kann technisch gesehen ein analoger Transistor übernehmen, der die Stärke des einen Signals durch die Stärke des anderen modifiziert. Das erhaltene Restsignal läuft nun den Zukunftsbaum zurück. Auch aus anderen erwarteten Zukünften, also aus anderen Ästen des Zu- kunftsbaumes, kommen Rücklaufsignale. Aber nur das Stärkste kann seinen Weg hinab bis zum Stamm isolieren. Auch die Länge der Verzweigungen bis zu der erwarteten Zukunft spielen eine Rolle, weil sie je nach Eintrittswahrscheinlichkeit mit Widerstand belegt sind. Je näher wir der angestrebten Zukunft kommen, desto weniger Zeit, und desto weniger Verzwei- gungen trennen uns vom Lustsignal. Deswegen wird der Lustgewinn auch immer größer, je näher wir seiner Erfüllung entgegengehen. (Harald Schaub nennt in seiner Arbeit als Auslöser für eine Handlung vier Faktoren: Wichtigkeit, die Einschätzung der eigenen Kompetenz zu Zielerreichung und dass Umstände und Zeitfenster eine Zielerreichung zulassen (Schaub 2002). All diese Faktoren fanden sich unter einer technischeren Begrifflichkeit auch in dem hier dar- gestellten Modell.)
3.6.3 Die Unterscheidung von Emotion und Gefühl
Bei der Unterscheidung von gegenwärtigen, oder zukünftigen Bedürfnissen würde ich die Unterscheidung von Emotion und Gefühl ansiedeln. Gefühle sind Sollwertabwei- chungen oder Erreichungen. Emotion ist die zukünftige Erwartung von Gefühlen. S o ist die Angst, die wir haben, wenn wir an einem schlechten Seil in der F elswand hängen eine Emotion. Der Schmerz, den wir erleben, wenn das Seil reiß t und wir am Boden aufprallen ist ein Gefühl. Freilich werden die Begriffe in der Alltagssprache nicht exakt verwendet. Die stirnhirngeschädigten Patienten von Damasio machen deutlich, dass eine solche begriffliche Trennung notwendig ist. Bei ihnen sind scheinbar die erlernten Verbin- dungen zu den Sollwertabweichungen, also zum Lust/Unlust-System durch de n Gehirnschaden durchtrennt worden. Das heißt sie können zwar noch die Zukunft vorausahnen, empfinden ihr gegenüber aber nichts. So haben sie auch kein Motiv das aus der Zukunft wirkt, und ihr Wille entspringt nur den jeweils gegenwärtigen Gefühlen, im glücklichsten Fall entspringt ihr Handeln alten Gewoh nheiten.Das bedeutet ihr Handeln weist Mängel auf, weil es nicht mehr zukunftsorientiert ist, und das bedeutet es ist weniger planvoll, und weniger moralisch (Damasio 19 95). Trotz normaler Intelligenz verlieren diese Menschen ihren Platz in der Gesellschaft. Man könnte sagen es fehlt ihnen die emotionale Intelligenz. Die veraltete Vorstellung, wir könnten ohne Emotion rein aus Vernunft sinnvoller handeln ist damit widerlegt (Churchland 1996). Es gibt natürlich auch Menschen, die ganz ohne Stirnhirnscha-
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